Snoopy und ich – eine Liebe für’s Leben

Dieses Bild war der Strip des Tages am 02. Oktober 1982. Der Tag, an dem eine Liebe erblühte, die nun unverändert schon 36 Jahre anhält, und es ist kein Ende in Sicht.

Ich war 15, und im ZDF wurden samstags nachmittags die Peanuts-Zeichentrickfilme wiederholt. Um diese Zeit machte ich mich immer fertig, um in die Tanzschulendisco zu gehen (17 bis 22 Uhr 🙂 ) Ab dieser Woche ging ich immer erst um 18.30 h. Nach den Peanuts.

Ich weiß nicht, was es war, natürlich kannte ich sie schon vorher, aber irgendwas änderte sich und ich war diesem kleinen Beagle – und seinem gelben Freund Woodstock, aber hauptsächlich Snoopy – total verfallen. Ab da gab es kein halten mehr – alles, was ich in die Finger bekommen konnte, wurde gekauft. Damals gab es noch kein Internet, und man musste Glück haben, wenn man durch Zufall ein Snoopy-Kissen oder einen Bleistift fand. Heute ist das natürlich einfacher. Vor allem, wenn man so wie ich auch von allen Freunden informiert wird, sobald sie irgendwo etwas sehen! Vielen Dank auch dafür 🙂

Aber warum bin ich diesem Hund so verfallen? Und warum gelingt es mir, immer mehr ERWACHSENE Menschen zu „snoopyfizieren“? (Glaubt mir, inzwischen kaufen sich Leute Snoopy-Klamotten, die das wahrscheinlich nie von sich gedacht hätten…)

Erstmal sprechen die Figuren (vor allem Snoopy und Woodstock) natürlich volle Kanne das Kindchenschema an. Rundliche Figuren, große Augen, niedlicher Blick… man kennt das ja. Da spring ich voll drauf an. Daher gefällt mir Snoopy (der ja im Laufe der Jahre von 1950-2000 von Charles M. Schulz verändert wurde) auch ab Ende der 70er Jahre am besten, ab da war er schön rundlich – vorher hatte er mehr längliche Formen.

Naja, und sonst – er ist eben der große Philosoph unserer Zeit – die Denkblasen, die über seinem Kopf erscheinen, lassen einen manchmal den eigenen schütteln. Allein die Idee, dass ein Hund in einer Phantasiewelt lebt, in der er Fliegeras des 1. Weltkriegs, weltberühmter Anwalt, Beagle Scout und und und… ist, und einen kleinen gelben Vogel als Sekretär, Mechaniker, Gärtner, etc. beschäftigt, ist einfach absurd.

Und auch die Gedankengänge der Menschenkinder, deren Unterhaltungen im Grunde gar nichts für Kinder sind, weil der Horizont viel zu weit ist – einfach köstlich, Peppermint Patty, die mit ihrem Aussehen hadert, sich nicht eingestehen will, dass sie in Charlie Brown verliebt ist; Marcie, ihre beste Freundin, etwas verpeilt; Charlie Brown, der unrettbar in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; seine kleine Schwester Sally (von den Kindern übrigens mein Liebling, da sie so herrliche Ansichten über das Leben hat, Lieblingswort: „Whatever!“); Linus (in den Sally verliebt ist – natürlich auch unerreichbar) mit der Schmusedecke; seine große Schwester Lucy, die immer wieder Charlie den Football wegzieht und ihrerseits Schröder anhimmelt, für den es jedoch nur sein Klavier und Beethoven gibt… Es ist eigentlich eine ernste Kinderwelt, ein depressiver Junge, unglücklich verliebte Mädchen, eines davon immer schlecht gelaunt, es sei, denn, sie kann gemein zu anderen sein… die Absurdität der Geschichten ist es jedoch, die einen zum manchmal lauten, aber immer zumindest leise zum Lachen bringt. Allen voran natürlich ein größenwahnsinniger Beagle und ein Vogel mit Identitätskrise (ganze Fortsetzungscomics existieren zu der Frage, welche Sorte Vogel Woodstock ist, aber wir tappen im Dunkeln)

 

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Im Gegensatz zu anderen Comics (z.B. Donald Duck, Micky Maus, generell Disney) endete diese Ära auch tatsächlich mit dem Tod von Charles M. Schulz bzw. kurz vorher, da er verfügte, dass niemand ausser ihm die Peanuts zeichnen soll. Was auch nicht geschah. Daher sind die Zeitungsstrips seit dem 14. Februar 2000 nur noch Wiederholungen. Für den CGI-Film (den so ziemlich alle Fans im übrigen sehr gut gemacht fanden, ich auch) gab es eine Rechtevergabe durch die Erben. So blieben sie auch immer etwas Besonderes.

Auf dieser Seite kann man übrigens jeden existierenden Strip seit dem 02. Oktober 1950 (merkt ihr was? Ich bin am 32. Geburtstag der Peanuts Fan geworden) ansehen. Und: In Santa Rosa in Kalifornien gibt es das Charles M. Schulz Museum. Seit November 2015 hat Snoopy auch einen eigenen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood:

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Und ich schließe mit den Worten des weltberühmten Schriftstellers:

It was a dark and stormy night...

 

 

Blaue Testflüssigkeit…

Ich fühle mich als Frau diskriminiert und gefangen in blauer Testflüssigkeit.

Habt Ihr Euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Jungs, sobald sie dem Windelalter entwachsen sind, haben das Thema hinter sich.

Wir Mädchen aber bleiben unser Leben lang Werbe-Opfer der blauen Testflüssigkeit. Sind wir aus dem Windelalter raus, haben wir so ca. 10 Jahre Schonfrist – bis zur ersten Periode. Und zack! – kommen die Binden oder Tampons, je nach Präferenz, mit ihrer blauen Testflüssigkeit. Und für die Tage zwischen den Tagen natürlich die superdünnen Slipeinlagen, die natürlich in der Werbung auch blau eingenässt werden.

Und denkt man, man hat das Ganze endlich hinter sich, dann lauert hinter dem Horizont die Blasenschwäche! 🙂 Ihr ahnt es schon – die Protagonistin des Spots ist natürlich super happy über die Einlage, die per blauer Flüssigkeit ihr Aufnahmevolumen zeigt. Und über die sexy Höschen erst, die ihre Kurven zur Geltung bringen, und keiner ahnt was…

Sorry, liebe Werbetreibende. Das wird langsam wirklich echt zu viel!

 

*bling* Jahresend-Gewinnspiel 2015

Ihr Lieben,

um das Jahr schön ausklingen zu lassen, weil wir es lange nicht gemacht haben und weil ihr so eine schöne kleine, aber feine, Lesergemeinde seid, machen wir zum Abschluss nochmals ein kleines Spiel.

Wer mich in den letzten Monaten persönlich gesehen hat, dem wird (vielleicht) aufgefallen sein, dass ich zu jedem Outfit farblich passende Perlenarmbändchen an beiden Armen trage.

Inzwischen ist das Schälchen, in dem ich sie aufbewahre, schon zu klein geworden. Und genau damit kommen wir zur heutigen Frage:

Wieviele Armbänder haben wir hier?

Sieger ist, wer am nächsten dran ist.

Der 1. Preis ist eine gebundene englische Ausgabe des neuesten Becky Bloomwood-Romans, „Shopaholic to the rescue“ von Sophie Kinsella.

Der 2. und 3. Preis – mal schauen!

Ab jetzt bis 31.12.2015 um 23.59h die Antworten bitte hier oder auf der Facebook-Seite abgeben (ein paar hier wären mal schön…)

An Neujahr wird dann der/die Sieger verkündet.

Viel Spaß beim Raten und einen guten Rutsch in ein hoffentlich tolles Jahr 2016 wünscht euch

Canette


If you ever go to Brighton…

…be sure to…

…visit Brighton Pier

 
 
Brighton Pier ist ein Vergnügungspark. Infos zur Geschichte und so überlasse ich Wikipedia; es reicht zu sagen, dass ihr unbedingt den BOOSTER fahren müsst (wenn ihr auf sowas steht). Der BOOSTER ist ein 39m hohes Fahrgeschäft, sieht aus wie eine Nadel mit einer Mittelachse und einer Vierer-Gondel an jedem Ende. Das Ding dreht sich, die Gondeln drehen sich auch, vorwärts und rückwärts, und es steht am Ende des Piers. Heißt, wenn man oben ist und nach vorne „fällt“, kommt die Nordsee auf einen zu. Ziemlich cool! Der Nachteil ist, dass man oben zweimal eine ganze Weile steht, einmal, wenn unten ein- und nochmal, wenn unten wieder ausgestiegen wird. Ist ein wenig zugig da oben, aber der Blick! Schade, dass ich keine Kamera dabei hatte.
 
 
(Hier mal im Vergleich zu der nebenan stehenden Achterbahn)
 
 
Ist also sehr empfehlenswert – und vom „Magenanhebfaktor“ her finde ich persönlich den Talocan im Phantaland schlimmer.
 
Am Pier gibt es noch mehr zu sehen (und zu fahren), aber von diesen ganzen Pflichttourismus-Sachen wollte ich eigentlich absehen – ich fand nur den BOOSTER erwähnenswert für Fans von guten Fahrgeschäften.
 
…shop on North Laine
 
North Laine ist nicht nur eine Straße, sondern ein ganzes Viertel mit außergewöhnlichen Läden, Vintage Märkten, Pubs, kleinen Restaurants und entspannten Leuten.
 
Kurz erwähnen möchte ich Snooper’s Attic – ein riesiger Indoor Vintage Markt. Erstreckt sich glaub ich über vier Häuser und zwei Etagen; soviel alten Kram hab ich wirklich noch nie gesehen. Lohnt sich wirklich, dort etwas Zeit zu investieren. Vom 19. Jahrhundert bis zu den 80ern des letzten ist dort allerhand zu finden.
 
Auf den Laines findet man auch einen Collectif-Shop!
 
 
 
Im Grunde eigentlich nicht verwunderlich, da es ja eine englische Firma ist. Allerdings gibt es dort viel bessere Sachen, als wir hier in den gängigen Online-Shops bekommen. Scheinbar behalten sie diese für ihre Landsleute zurück 🙂 (Gegenüber ist übrigens ein Laden, in dem man Stop Staring-Kleider bekommt, „Pretty Eccentric“)
 
 
…shop Soap&Glory Cosmetics
 
 
Gut, das gilt jetzt nicht nur für Brighton, denn Boots gibt es ja in ganz England (ist sowas wie der englische Drogerie Müller). Soap&Glory gibt es in Deutschland ja nur bei douglas, und da auch nur Körper- und Gesichtspflege. Ich liebe die Marke, und habe auch schon versucht, online von Boots die dekorative Kosmetik zu bestellen, aber: diese wird nicht nach Deutschland geliefert, nur die Sachen, die wir auch bei douglas bekommen. Daher hab ich hier mal gleich zugeschlagen: Lippenstift, CC-Cream, Rouge, Wimperntusche, Eyeliner!
 

 
 
…shop household crap at Bert’s
 
Bert’s Homestore – das gibt es nun wirklich nur in Brighton. Ist ein bisschen wie Butlers, aber lustiger. Dort gibt es alle möglichen Haushaltshelfer – vom Grillanzünder bis zum Tafelgeschirr, über Schürzen, Wäscheklammern etc., alles im Vintage Stil oder Shabby Chic, ein bisschen sich selbst auf die Schippe nehmend – man könnte dort ein Vermögen ausgeben. Online-Shop gibt es leider nicht. Man muss schon hinfahren.
 
…eat a Sandwich in the park…
 
wenn ihr gefiederte Gesellschaft haben wollt. Wir haben dort eine Möwe getroffen, die es auf unser Essen abgesehen hatte und dabei auch gar nicht scheu war. Sie wollte auch was aus meiner Tasche stibitzen, aber davon konnte ich sie abhalten.
 

…stay at The Moreland

Sagenhaftes Bed & Breakfast, sehr zentral, 5 Minuten Fussweg zum Strand. Soweit die Eckdaten! Der Inhaber, Darren, war schon im Vorfeld sehr nett (bei den ausgetauschten Emails), und war auch in den Bewertungen bei TripAdvisor von allen super weggekommen – das kann ich nur bestätigen. Schon fast freundschaftlich, war es immer schön sich mit ihm zu unterhalten.

So, und das Zimmer?

 


(Wir hatten übrigens auch ein Bad mit einer modernen Dusche etc., just saying)

…take a day trip to London

By Train! Die Fahrt dauert bis Victoria Station nur 54 Minuten.

Das ganze touristische Gedöne spar ich mir, haben wir uns dort auch gespart, das hab ich mit 15 schon mal gesehen. London fand ich jetzt auch nicht mehr so cool wie früher, die Leute sehen aus wie überall und die Geschäfte sind eigentlich auch dieselben wie in jeder anderen Großstadt auch – mit Ausnahme von bestimmten Stadtvierteln natürlich.

Für uns Vintage Lovers gab es bei diesem Kurztrip zwei Highlights.

  • Die Bar Cahoots in einer stillgelegten U-Bahnstation im Kingly Court. Komplett im 40er Jahre-Stil, mit Swingmusik und -Konzerten, und genialen außergewöhnlichen Drinks. Diese Bar war eigentlich mit der Grund, warum wir überhaupt hingefahren sind, und wir wurden nicht enttäuscht.
  • Zufällig haben wir dann im Kingly Court (was sich übrigens in Soho befindet) DEN Barbershop entdeckt, wo sich Thorsten dann noch spontan verschönern ließ. Damen werden hier im It’s something Hells übrigens auch bedient.

Mehr Info über den Kingly Court findet ihr hier.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das waren jetzt so mal die Highlights – einfach selbst mal hinfahren. Wir waren auf jeden Fall nicht das letzte Mal dort.

We love Brighton! Die Leute und die ganze Stadt sind dort einfach noch individueller als anderswo – z.B. in London. Das Ziel ist, sich dort mal zur Ruhe zu setzen, und dann darf ich eine schrullige kleine alte Lady sein, die so akzeptiert wird wie sie ist 🙂

    Vintage – Zeitschriften

    Ich bin ein richtiger Zeitschriften-Junkie. Und zeitweise hatte ich wirklich alles auf dem Markt abonniert, was wichtig ist (außer den sog. Oma-Zeitschriften) – monatlich oder im 14-Tage-Rhythmus trafen sich in meinem Briefkasten Elle, marie-claire, Glamour, Myself, Elle Decoration, Amica, InStyle, usw. usf.

    Irgendwann war es mir dann alles zuviel. Davon abgesehen, dass ich zwischenzeitlich eh nicht mehr so sehr an aktueller Mode interessiert bin, stand doch in allen das Gleiche drin. Vor allem Interviews: Ein Star, der gerade einen Film promotet, sammelt alle Journalist(inn)en gleichzeitig in seiner Hotelsuite ein, und so erscheint dann in Monat x das gleiche Interview in allen Blättern. Last but not least – dafür, dass es bei manchen Zeitschriften die ersten 20 Seiten umzublättern gilt, bis nach der Werbung der erste redaktionelle Beitrag kommt, sind sie auf Dauer ganz schön teuer. Und ehrlich gesagt, für die Glamour bin ich schon mindestens seit 10 Jahren zu alt..

    Also habe ich nach und nach alle Abos gekündigt. (Ok, die InStyle hab ich behalten) Allerdings musste Ersatz her, der idealerweise auch meine speziellen Neigungen bedient.

    Als Allererstes wurde ich auf die englische Her Vintage Life aufmerksam. Alles drin, was man auch in anderen Zeitschriften findet, aber eben auf das Vintage-Leben abgestimmt (und wenn ich die ganzen Veranstaltungshinweise lese, bin ich ein bisschen neidisch und möchte in England leben)

    Das Jahresabo ist – selbst aus England – auch nicht unbedingt teurer als ein „herkömmliches“, und sie ist immer am Erscheinungstag im Briefkasten.

    Dann – oh Freude – kam vor zweieinhalb Jahren eine nette junge Dame aus Bonn auf die Idee, eine deutsche Vintage-Zeitschrift (die erste am Markt!!!) zu etablieren. Quasi im Alleingang hat sie es geschafft, die ersten zwei (oder drei?) Ausgaben herauszubringen, und schließlich ist es durch Crowdfunding gelungen, einen richtigen Vertrieb, der auch Bahnhofsbuchhandlungen einschließt, zu errichten.

    Die Rede ist vom Vintage Flaneur, dessen Aufbau wohl jede deutsche Vintage-Liebhaberin von Anfang an gerne beobachtet und auch unterstützt hat.


    Ich hoffe, es wird ihn noch viele Jahre geben!

    Und zu guter letzt kam vor kurzem eine weitere englische Zeitschrift auf den Markt: In Retrospect.

    Als die erste Ausgabe erschien, habe ich sie mir bestellt; mit der Zweiten, die vor 2 Wochen erschien, war dann auch ein Abo möglich, welches ich direkt in Anspruch genommen habe. Auch eine sehr schöne Zeitschrift, der ich eine lange Zukunft wünsche.


    Wer braucht da noch Glamour & Co.?

    Abo-Informationen für alle Zeitschriften findet ihr auf den jeweils verlinkten Webseiten. Viel Spaß beim Stöbern!

    Wenn Kleider krank machen…

    Artikel, die von billig produzierten Kleidungsstücken handeln, gab es in der letzten Zeit ziemlich viele.

    Meistens poppen sie auf, wenn in Bangladesh eine Nähfabrik brennt oder in einer Großstadt eine neue Primark-Filiale eröffnet. Dann wird auf die Situation der unter miesen Arbeitsbedingungen leidenden und schlecht bezahlten Näherinnen in Südostasien hingewiesen. Alle sind kurze Zeit rechtschaffen empört – und das war es dann wieder. Man kehrt zurück zur Tagesordnung.

    Das Schlimme ist, es betrifft ja leider bei weitem nicht die ganzen Billigketten wie Primark, KiK etc., sondern auch teure Labels, die dort zu den gleichen Bedingungen produzieren lassen. Das macht es natürlich schwer, dem Ganzen zu entgehen. Ein weiteres Argument, das man immer gern hört, ist „Wenn man aber gar nichts mehr kauft, dann haben die ja keinen Job mehr!“

    Stimmt natürlich, aber darum geht es nicht. Bedingungen und Bezahlung müssen verbessert werden, es geht nicht darum, die Näherei stillzulegen. Und was die Bedingungen betrifft, so sind wir auch nicht nur indirekt davon betroffen. Hier erzähle ich euch nun etwas, das ich am eigenen Leib erfahren habe.

    Vor ca. 10 Jahren war ich sonntags zum Geburtstagsbrunch bei einer Freundin. Ich trug einen wunderschönen schwarzen Angorapulli, den ich mir für ~ 70 € bei 3 Suisses bestellt hatte. Auf der Heimfahrt fühlte ich mich leicht fiebrig und grippig, aber hey, es war Anfang Januar – kein Wunder! Zuhause angekommen zog ich mich aus und legte mich sofort ins Bett. Es wurde immer schlimmer. Mir wurde kein bisschen warm, ich hatte Schüttelfrost, mein Ruhepuls war bei über 100 – kurz, es ging mir ziemlich beschissen. Wir fuhren abends sogar mit dem Taxi zur Notaufnahme, da ich ziemlich hohes Fieber hatte. Der Arzt konnte nichts definitives feststellen, schrieb mich aber eine Woche krank. Nach ein paar Tagen ging es mir auch wieder gut und ich dachte nicht weiter drüber nach.

    Wie das mit Angorapullis so ist, sie müssen mit der Hand gewaschen werden. Da ich nicht die Handwäscherin vor dem Herrn bin, fristete er erst mal eine lange Zeit sein Dasein im Wäschekorb.

    Es dauerte wirklich ungefähr ein Jahr, bis er mal wieder zum Einsatz kam, dieses Mal im Büro. Ich war kerngesund, nicht das leiseste Fitzelchen einer Erkältung oder Grippe, aber gegen Mittag ging es wieder los. Ich bekam Schüttelfrost, meine Haut tat weh (das hab ich immer wenn ich krank werde) und ich fühlte mich schlapp. In meinem Kopf begann es zu rattern – ich dachte an eine Doku, die ich ein paar Monate vorher gesehen hatte (mehr dazu später), überschlug, dass beim letzten Mal, als ich diese Symptome hatte, der gleiche Pulli im Spiel war – Bingo! Ich fuhr sofort nach Hause, stieg in die Dusche, schrubbte meinen Oberkörper ab – und es ging mir gut! Der Pulli (in dem ich dann das Schildchen „Made in Bangladesh“ entdeckte) nahm seinen letzten Weg in die Tonne. Ich hatte nie mehr vergleichbare Symptome.

    Zu der Doku: In Indien laufen die Bauern barfuß, nur mit der traditionellen „Windel“ bekleidet, durch die Baumwollfelder und spritzen Pestizide. Auch gepflückt wird sie ohne weiteren Schutz, genauso wie gefärbt (mit den sog. Azo-Farben). Die Färberinnen sind den Dämpfen die ganze Zeit ohne ausreichende Belüftung ausgesetzt. Ganze Stationen in dortigen Krankenhäusern sind voll mit todkranken Menschen, die schwerste Nervenschädigungen haben. Parallel dazu wurde von 2 Frauen in Deutschland berichtet, die ebenfalls schwerste Nervenschädigungen haben und kaum noch zu irgend etwas fähig sind. Die Berufe: Beide arbeiten im Textilhandel und packen täglich Ware aus, die aus Südostasien kommt. Die eine bei Kaufhof, die andere bei Takko. Eine der beiden hatte einen solchen Tremor, dass ihr Körper keine Sekunde mehr still stand.

    Vielleicht denkt ja mal die eine oder andere darüber nach, warum es bei Primark so nach Chemie stinkt. Und überlegt bei den nächsten Grippesymptomen, ob es wirklich eine Grippe ist.

    Ich weiß, wie bereits gesagt, es ist schwer, und vor allem mit kleinem Geldbeutel, wirklich darauf zu achten was man kauft. Ich habe leicht reden, ich lebe einen bestimmten Stil und habe es dadurch vergleichsweise leicht, Dinge zu finden, die in Europa oder den USA hergestellt sind. Und Vintage-Teile kommen ja nun mal per se nicht aus Südostasien. Aber inzwischen gibt es auch im normalen Fashionbereich einige gute Labels, die nicht nach 80er-Jahre-Öko aussehen. Und ganz ehrlich: Wer billig kauft, kauft eh zweimal. Warum also lieber eine Jeans für 10 €, die nach einem halben Jahr durch ist, als gleich eine nachhaltige, die ein langes Leben hat? Und den Körper nicht mit Gift durchtränkt…

    Das waren meine 10 ct zum Thema – das drüber Nachdenken liegt natürlich bei jedem selbst.

    Was ist in meiner Rumpelkammer… äh… Handtasche?

    Die Inspiration zu diesem (kurzen) Artikel kam mir heute auf Facebook, wo die Zeitschrift myself regelmäßig veröffentlicht, welche Schätze sich in den Handtaschen ihrer Redaktionsmitglieder befinden (What’s in my bag)

    Nachdem ich schon immer etwas schmunzeln musste über die Bilder, sprach mir heute ein Facebook-Kommentar so richtig aus der Seele. „so schaut’s doch bei niemandem in der Tasche aus…“

    Recht hat sie, die mir unbekannte Kommentatorin. Alles farblich aufeinander abgestimmt, immer ausgefallene Marken, alle haben ein Notizbuch (um Inspirationen und spontane Einfälle festzuhalten) und nirgendwo etwas unnützes… Hahaha! Und natürlich steckt das alles in einer Designertasche!

    Deshalb hier die ungeschminkte Wahrheit. SO sieht es in MEINER Handtasche aus:

    Kassenzettel, abgelaufene Fahrkarten für die Fähre, Feuerzeuge, Zigaretten, einzelne Centstücke, Haarklammern, Bonbonpapier, vergessene Ohrringe… Kein LV-Portemonnaie, keine Prada-Kosmetiktasche, stinknormales Haarspray… Meine Handtasche ist übrigens dieses Modell (heute).
    DAS ist die Realität, liebe Freundinnen 🙂
    Habt einen schönen Tag! 
     

     

    Emily Erdbeer – die Erfüllung eines Traums

    Diesen Sommer ist für mich die Erfüllung eines lang gehegten Traums in Erfüllung gegangen.

    Ich

     
    drrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr (Trommelwirbel)
     
     
     
    HABE MIR EINEN ROLLER GEKAUFT!!!!!
     
     
     
    Mit 16 hatte ich – wie viele bei uns zuhause – ein Mofa. Fuhr 25 km/h, und man brauchte dafür einen Mofaführerschein (das war einfach eine theoretische Prüfung).
     
    Damals gab es noch den Führerschein 1b, den konnte man mit 16 machen, und damit konnte man dann 50er und 80er Maschinen fahren. Für einen Roller (egal welche Leistung) hätte ich also diesen Führerschein gebraucht, aber trotz neidischer Blicke auf die Roller diverser Schulkolleginnen hat mir mein Mofa damals gereicht. Ich bin das kleine süße Ding auch noch gefahren, als ich längst den Autoführerschein hatte – bis zu dem Tag, an dem ich einen Unfall hatte und mir das Bein brach.
     
     
    Seitdem bin ich nicht mehr motorisiert Zweirad gefahren, sondern nur noch Auto und Fahrrad.
     
     
    Aber der Wunsch nach einem Roller war immer vorhanden, wenn auch unterdrückt.
     
     
    Diesen Sommer hab ich endlich nachgegeben und mir meinen Traum erfüllt. Es ist ein Retronachbau in rot-weiß (eigentlich wollte ich ihn in rosa-weiß kaufen, habe mich aber aus Vernunfts- und Altersgründen dagegen entschieden).
     
     
    Letzten Mittwoch wurde er geliefert:
     
     
     
     
    Allein die Anlieferung hat in unserer Straße schon für einiges Aufsehen gesorgt *gg* (oben mittig könnt ihr das gleiche Modell noch in cremeweiß sehen, auch sehr schön).
     
     
    Jetzt musste natürlich noch ein Helm her. Kann ja kein 08/15-Modell sein, sondern muss stylish sein UND den EU-Normen für Sicherheit etc. entsprechen. Nach intensivem Suchen habe ich mich dann hierfür entschieden:
     
     

     
     
    
    
    
    Tja, da stand er nun. Ein wenig mulmig war mir dann schon – ihr erinnert Euch, letzte Mofafahrt führte zu einem Unfall, da war ich 18einhalb – einigen wir uns drauf, dass das schon ein paar Tage her ist…
     
     
    Aber was soll’s, ich hab eine Runde im Hof gedreht und schon war das alte Gefühl wieder da. Und was soll ich sagen: Rollerfahren macht soooo viel Spaß! Ich bin wirklich froh, dass ich es endlich getan habe.
     
     
    Was hat Emily Erdbeer damit zu tun?
     
     
    Bei mir hat alles einen Namen. Mein Auto heißt z.B. René der Renault. Deshalb kam die Frage auf: Wie nenn‘ ich den Roller? Lustigerweise fragte auch meine Mutter gestern am Telefon ob er schon einen Namen hätte.
     
     
    Meine liebe Kollegin Susanne kam dann heute auf die einzig wahre Antwort. Erdbeer-Helm + rot-weißer Roller = Emily Erdbeer. Liebevoll auch Emmy genannt.
     

     

     
    Hiermit bist du nun also getauft 🙂 Und ich freu mich auf Spritztouren in einem hoffentlich langen, sonnigen Sommer!
     
     
    

    Fastenzeit

    Tja, der Fastelovend (Karneval) ist vorbei, heute beginnt die Fastenzeit.

    Die letzten Jahre hab ich mir halbherzig immer mal vorgenommen, auf Süßigkeiten, Knabberzeug zu verzichten, das Rauchen einzuschränken – aber habe es doch nie wirklich durchgezogen.

    Dieses Jahr stelle ich mir eine größere Herausforderung. Ich werde die nächsten 40 Tage, also bis Ostersonntag, weder Fleisch noch Wurst zu mir nehmen.

    Nein, ich werde bestimmt kein kompletter Vegetarier, denn leider muss ich gestehen, dass ich auf eines nicht für immer verzichten kann: Gehacktes. In jeglicher Form. Lasagne, Bolognese, Frikadellen etc….

    Aber 40 Tage sollten machbar sein. Denn auf den Rest kann ich schon verzichten. Sag ich jetzt. Deshalb werde ich an dieser Stelle alle paar Tage vermelden, wie es mir geht, ob es schwerfällt und so weiter und so fort.

    Tag 1, 5. März 2014

    Glücklicherweise ist es in unserer Kantine relativ einfach, vegetarisch zu essen, denn es gibt jeden Tag sogar mehrere Gerichte zur Auswahl (wäre ich noch in LEV, müsste ich mir mühsam etwas zusammenstellen oder einfach das Fleisch beim Tagesgericht weglassen).

    Ich habe mich heute also für eine Spätzlepfanne mit gebratenem Wintergemüse, Pilzen und Kerbelsahnesauce entschieden (also schlanker macht das schon mal definitiv nicht). War sehr lecker! Heute abend werde ich noch ein Käsesandwich essen, und das war es dann.

    Einen großen Unterschied merke ich natürlich noch nicht. Aber ich bin schon mal stolz auf mich, dass ich heute auf den wirklich sehr appetitlich aussehenden, frisch gemachten Cheeseburger verzichtet habe.

    Stay tuned, in ein paar Tagen werde ich weiter berichten!

    Tag 3, 7. März 2014

    So schnell wollte ich mich gar nicht wieder melden, aber ich heute mittag habe ich widerstanden und statt der – wirklich köstlichen – Spaghetti Bolo den Fisch gewählt. War aber auch lecker…

    Tag 5, 9. März 2014

    1. Vegetarisch einkaufen ist nicht günstiger, hält sich ungefähr die Waage mit „normalen Einkäufen“
    2. Ich habe ein Kilo weniger – auch ohne Sport
    3. Ich habe erstaunlicherweise weniger Heißhunger tagsüber

    Heute gab es gefüllte Paprika mit Reis und Hackfleischersatz – Quorn®, ein aus Pilzkulturen hergestelltes Hackfleisch. Hört sich irgendwie eklig an, schmeckt aber sehr lecker und eine echte Alternative!

    Tag 10, 14. März 2014

    Jetzt sind schon 10 Tage vergangen, und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir wirklich nichts fehlt.

    Ich habe den Kühlschrank voller leckerer Käsesorten – solche die ich schon kenne, aber auch neue. Käse liebe ich schon immer in jeglicher Variation, daher stellt es für mich keinen Verzicht dar, die Wurst wegzulassen.

    Eine Dienstreise nach München habe ich auch überstanden, ohne auf die Verlockungen von Weißwurst und Co. reinzufallen. Naja, und Haxn waren eh nie meins, das hat mich jetzt sowieso nicht so angezogen. Nur heute morgen im Hotel habe ich mich ein wenig geärgert, dass im Rührei der Speck bereits mitgebraten war. Den hätte man ruhig separat reichen können. Ich liebe nämlich Rührei an Hotelfrühstücksbuffets. Aber immerhin hatte ich ein perfekt wachsweiches Ei – findet man eigentlich sonst gar nicht mehr, weil normalerweise Eier durchgekocht sein müssen (wg. Salmonellengefahr). Aber was hab ich schon im Studium über die Bayern gelernt:

    „Des war schon immer so, des wird auch immer so bleiben, wo kämen wir denn da hin?“

    In diesem Sinne: Schönes Wochenende!

    Tag 19, 23. März 2014

    Fast die Hälfte der Fastenzeit ist nun vorbei. Mir geht es gut, ich vermisse nichts, heute habe ich eine leckere Alternative zu Hackbällchen probiert – die Bällchen von Valess. 

    Die letzten knapp drei Wochen habe ich viel Fisch gegessen, mehr Gemüse, viel Käse und habe heraus gefunden, dass es viele fleischlose Alternativen gibt. Inzwischen kann ich auch verstehen, warum es Produkte gibt, die wie Fleisch aussehen – das war mir nie so klar, ich dachte, wenn man kein Fleisch essen möchte, warum muss ich dann was haben das aussieht wie ein Grillwürstchen? Nun, ganz einfach. Wenn man sich nicht vor Fleisch ekelt und den Geschmack eigentlich auch mag, aber aus anderen Gründen keines essen möchte, warum soll man sich dann nicht ein Sojawürstchen auf den Grill legen…

    Worauf ich hinaus will: Ich war eh die ganze Zeit am hin- und herüberlegen, ob ich nicht komplett verzichten möchte. Diese Woche hatte ich jedoch ein Erlebnis, das mir die Entscheidung abgenommen hat. Ich stand im Stau (A1), und musste neben einem Tiertransporter aus Holland stehen. Aus den Sehschlitzen schauten mir zwei Kühe so traurig durch die Beifahrerseite entgegen, dass mein Entschluss feststand. Ich werde weiterhin auf Fleisch verzichten. Vielleicht nicht für immer, wer weiß das schon; aber wenn ich einmal Fleisch essen sollte, werde ich noch mehr als bisher schon darauf achten wo es herkommt (abgepacktes Supermarktfleisch hab ich eh nie gekauft). 

    Habt einen schönen Sonntag!