Snoopy und ich – eine Liebe für’s Leben

Dieses Bild war der Strip des Tages am 02. Oktober 1982. Der Tag, an dem eine Liebe erblühte, die nun unverändert schon 36 Jahre anhält, und es ist kein Ende in Sicht.

Ich war 15, und im ZDF wurden samstags nachmittags die Peanuts-Zeichentrickfilme wiederholt. Um diese Zeit machte ich mich immer fertig, um in die Tanzschulendisco zu gehen (17 bis 22 Uhr 🙂 ) Ab dieser Woche ging ich immer erst um 18.30 h. Nach den Peanuts.

Ich weiß nicht, was es war, natürlich kannte ich sie schon vorher, aber irgendwas änderte sich und ich war diesem kleinen Beagle – und seinem gelben Freund Woodstock, aber hauptsächlich Snoopy – total verfallen. Ab da gab es kein halten mehr – alles, was ich in die Finger bekommen konnte, wurde gekauft. Damals gab es noch kein Internet, und man musste Glück haben, wenn man durch Zufall ein Snoopy-Kissen oder einen Bleistift fand. Heute ist das natürlich einfacher. Vor allem, wenn man so wie ich auch von allen Freunden informiert wird, sobald sie irgendwo etwas sehen! Vielen Dank auch dafür 🙂

Aber warum bin ich diesem Hund so verfallen? Und warum gelingt es mir, immer mehr ERWACHSENE Menschen zu „snoopyfizieren“? (Glaubt mir, inzwischen kaufen sich Leute Snoopy-Klamotten, die das wahrscheinlich nie von sich gedacht hätten…)

Erstmal sprechen die Figuren (vor allem Snoopy und Woodstock) natürlich volle Kanne das Kindchenschema an. Rundliche Figuren, große Augen, niedlicher Blick… man kennt das ja. Da spring ich voll drauf an. Daher gefällt mir Snoopy (der ja im Laufe der Jahre von 1950-2000 von Charles M. Schulz verändert wurde) auch ab Ende der 70er Jahre am besten, ab da war er schön rundlich – vorher hatte er mehr längliche Formen.

Naja, und sonst – er ist eben der große Philosoph unserer Zeit – die Denkblasen, die über seinem Kopf erscheinen, lassen einen manchmal den eigenen schütteln. Allein die Idee, dass ein Hund in einer Phantasiewelt lebt, in der er Fliegeras des 1. Weltkriegs, weltberühmter Anwalt, Beagle Scout und und und… ist, und einen kleinen gelben Vogel als Sekretär, Mechaniker, Gärtner, etc. beschäftigt, ist einfach absurd.

Und auch die Gedankengänge der Menschenkinder, deren Unterhaltungen im Grunde gar nichts für Kinder sind, weil der Horizont viel zu weit ist – einfach köstlich, Peppermint Patty, die mit ihrem Aussehen hadert, sich nicht eingestehen will, dass sie in Charlie Brown verliebt ist; Marcie, ihre beste Freundin, etwas verpeilt; Charlie Brown, der unrettbar in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; seine kleine Schwester Sally (von den Kindern übrigens mein Liebling, da sie so herrliche Ansichten über das Leben hat, Lieblingswort: „Whatever!“); Linus (in den Sally verliebt ist – natürlich auch unerreichbar) mit der Schmusedecke; seine große Schwester Lucy, die immer wieder Charlie den Football wegzieht und ihrerseits Schröder anhimmelt, für den es jedoch nur sein Klavier und Beethoven gibt… Es ist eigentlich eine ernste Kinderwelt, ein depressiver Junge, unglücklich verliebte Mädchen, eines davon immer schlecht gelaunt, es sei, denn, sie kann gemein zu anderen sein… die Absurdität der Geschichten ist es jedoch, die einen zum manchmal lauten, aber immer zumindest leise zum Lachen bringt. Allen voran natürlich ein größenwahnsinniger Beagle und ein Vogel mit Identitätskrise (ganze Fortsetzungscomics existieren zu der Frage, welche Sorte Vogel Woodstock ist, aber wir tappen im Dunkeln)

 

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Im Gegensatz zu anderen Comics (z.B. Donald Duck, Micky Maus, generell Disney) endete diese Ära auch tatsächlich mit dem Tod von Charles M. Schulz bzw. kurz vorher, da er verfügte, dass niemand ausser ihm die Peanuts zeichnen soll. Was auch nicht geschah. Daher sind die Zeitungsstrips seit dem 14. Februar 2000 nur noch Wiederholungen. Für den CGI-Film (den so ziemlich alle Fans im übrigen sehr gut gemacht fanden, ich auch) gab es eine Rechtevergabe durch die Erben. So blieben sie auch immer etwas Besonderes.

Auf dieser Seite kann man übrigens jeden existierenden Strip seit dem 02. Oktober 1950 (merkt ihr was? Ich bin am 32. Geburtstag der Peanuts Fan geworden) ansehen. Und: In Santa Rosa in Kalifornien gibt es das Charles M. Schulz Museum. Seit November 2015 hat Snoopy auch einen eigenen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood:

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Und ich schließe mit den Worten des weltberühmten Schriftstellers:

It was a dark and stormy night...

 

 

Tideland

Ich schreibe eigentlich unheimlich gerne Film- und Buchrezensionen. Denn hier kann ich mich so richtig auslassen, ohne Angst, jemandem auf den Schlips zu treten. Autor, Regisseur und Darsteller werden es wohl eher nicht lesen…

Heute geht es um den Film „TIDELAND“. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien mein Mann manchmal Filme auf die Lovefilm-Liste setzt; bei diesem hier war es eindeutig die Tatsache, dass Jennifer Tilly und Jeff Bridges mitspielten. Tipp: Ein Blick in die Inhaltsangabe bewahrt manchmal vor großem Schaden…

Ihr merkt schon, das wird ein Verriss! Vergesst alles, was ich hier und hier geschrieben habe. Kaum zu glauben, aber es geht noch zu toppen.

Schon das Vorwort des Regisseurs (Terry Gilliam -> Monty Python) hätte mich stutzig machen müssen. „Viele Leute werden diesen Film hassen…“

Ok, hier der Inhalt. Tut mir leid, dass ich ihn fremdverlinke, aber nachdem besagter Dickens im Taucheranzug bei Jeliza-Rose im Haus rumhüpfte, griff ich mit einer Hand zur Weinflasche, mit der anderen zur Fernbedienung um zu schauen wie viel wir noch vor uns hätten.

Es blieben 1h11 – das hätten wir nicht durchgehalten, daher haben wir abgeschaltet.

Hätte ich dies hier vorher gelesen: Ruthe Stein bezeichnete den Film im San Francisco Chronicle vom 27. Oktober 2006 als „zwecklos“ und „quälend langweilig“. Die Handlung sei „unverständlich“. , hätten wir nicht 49 Minuten unseres Lebens vergeudet.

Fazit: Unbedingt versäumen. Tut Euch den Gefallen!