Kochen ohne Einkaufen

Zuallererst: Im ganzen Jahr 2016 hab ich nichts geschrieben? Quel scandale!

Selbst dieses Thema hatte ich schon im September? Oktober? – jedenfalls vor ein paar Monaten angekündigt.

Seit einiger Zeit sind ja die sogenannten Rezeptboxen der große Hype. Das Prinzip ist auch gar nicht verkehrt – vor allem für voll berufstätige Menschen, die auch noch einen großen Teil ihrer Freizeit im Straßenverkehr verbringen (müssen). Man wählt aus verschiedenen Gerichten aus, lässt sich die passenden Zutaten samt Rezept liefern et voilà – kann entspannt kochen.

Eine Zeit lang liebäugelte ich mit Hello Fresh, jedoch hielten mich einige Punkte davon ab (Achtung, persönliche Meinung):

  • Es geht nur ab 3 Gerichte aufwärts
  • Man hat sofort ein Abo an der Backe
  • Die Sachen werden mit der Post verschickt


Punkt 1 ist für mich (uns) unpassend, da ich nur am Wochenende koche, und das sind halt nur zwei Tage. Zu Punkt 2 – ich möchte gerne etwas ausprobieren können, ohne danach bei Nichtgefallen durch einen langwierigen Kündigungsprozess laufen zu müssen. Und Punkt 3 – selbstredend, wenn es sich um frische Lebensmittel handelt. Was ist, wenn ein Nachbar es annimmt und dann erst mal nicht da ist? Außerdem finde ich die Gutscheinwerbung ziemlich aggressiv – in fast jedem Amazonpaket ist inzwischen ein Gutschein (bei dessen Inanspruchnahme man sofort ein Abo am Hals hat – der Kreis schließt sich).

Im Herbst dann veröffentlichte das Magazin des Kölner Stadtanzeiger einen Kochboxen-Test. Nach der Lektüre habe ich mich für das Kochhaus Sülz entschieden.

Entscheidend war für mich

  • Man kann auch nur 2 Gerichte bestellen
  • Man kann sich den Lieferzeitpunkt auswählen
  • Die Sachen werden frisch von einem Fahrer geliefert
  • Man kann auch mal aussetzen


Allein der letzte Punkt ist schon Gold wert (die restlichen sowieso). Weiß man, dass man übers Wochenende verreist ist oder zum Essen ausgeht etc., kann man problemlos online (bis 24 h vor Liefertermin) die Lieferung pausieren – kostenlos. 


Ich habe auch schon die Anzahl der Gerichte und Rezepte erhöht, als wir Gäste hatten. Und die Gutscheine sind wirklich nur zum Probieren da – man bestellt einmal zur Probe und das war es. Will man ein Abo, muss man selbst aktiv werden.

Ich mache das nun seit Ende September und bin immer noch sehr zufrieden. Als Liefertermin habe ich mir Freitag zw. 18.00h und 20.00h ausgesucht – perfekt, um samstags und sonntags frisch zu kochen. Montags bekomme ich die Email mit meinen 2 Rezeptvorschlägen, die ich nach Lust und Laune austauschen und/oder erweitern kann. Das ewige „Was koche ich nur am Wochenende?“ und das Einkaufen entfällt – und ich habe genau die Menge, die ich für 2 Portionen brauche. Es bleibt nichts übrig und verdirbt.

Alles in allem hat diese Art des Kochens auch meinen Horizont erweitert – ich habe inzwischen Dinge selbst zubereitet, bei denen ich nie auf die Idee gekommen wäre, das auszuprobieren. Kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Hier ein paar Kostproben:

Orientalisches Lamm mit Granatapfelsoße und Kurkuma-Reis

Schweinefilet mit gebackenen Rosmarinpflaumen, Parmesan-Rucolasalat und Speckkartoffeln

Schweinemedaillons in Pfeffer-Pilzrahm mit Süßkartoffelstampf und Röstzwiebeln
Lachsforelle mit Orangenglasur, gebackenen Kartoffeln und Babymangold

PS: Meistens bestelle ich je ein vegetarisches und ein Fleisch- oder Fischgericht am Wochenende. 

Wie mir gerade auffällt, habe ich kein Foto von fleischlosen Gerichten. Dies ist jedoch keine Absicht. Meine Favoriten waren die Gnocchi in Basilikum-Creme mit Cocktailtomaten und gerösteten Pinienkernen sowie die Birnen-Maronen-Rotondi in Taleggio-Rahmsoße mit Schnittlauch und gerösteten Walnüssen. Beides leider nicht mehr erhältlich – aber ich habe ja die Rezepte und kann jederzeit nachkochen. Die Rezepte werden regelmäßig ausgetauscht, damit es nicht zu eintönig wird.

Von mir: Absolut 5 Schnäbel!