Snoopy und ich – eine Liebe für’s Leben

Dieses Bild war der Strip des Tages am 02. Oktober 1982. Der Tag, an dem eine Liebe erblühte, die nun unverändert schon 36 Jahre anhält, und es ist kein Ende in Sicht.

Ich war 15, und im ZDF wurden samstags nachmittags die Peanuts-Zeichentrickfilme wiederholt. Um diese Zeit machte ich mich immer fertig, um in die Tanzschulendisco zu gehen (17 bis 22 Uhr 🙂 ) Ab dieser Woche ging ich immer erst um 18.30 h. Nach den Peanuts.

Ich weiß nicht, was es war, natürlich kannte ich sie schon vorher, aber irgendwas änderte sich und ich war diesem kleinen Beagle – und seinem gelben Freund Woodstock, aber hauptsächlich Snoopy – total verfallen. Ab da gab es kein halten mehr – alles, was ich in die Finger bekommen konnte, wurde gekauft. Damals gab es noch kein Internet, und man musste Glück haben, wenn man durch Zufall ein Snoopy-Kissen oder einen Bleistift fand. Heute ist das natürlich einfacher. Vor allem, wenn man so wie ich auch von allen Freunden informiert wird, sobald sie irgendwo etwas sehen! Vielen Dank auch dafür 🙂

Aber warum bin ich diesem Hund so verfallen? Und warum gelingt es mir, immer mehr ERWACHSENE Menschen zu „snoopyfizieren“? (Glaubt mir, inzwischen kaufen sich Leute Snoopy-Klamotten, die das wahrscheinlich nie von sich gedacht hätten…)

Erstmal sprechen die Figuren (vor allem Snoopy und Woodstock) natürlich volle Kanne das Kindchenschema an. Rundliche Figuren, große Augen, niedlicher Blick… man kennt das ja. Da spring ich voll drauf an. Daher gefällt mir Snoopy (der ja im Laufe der Jahre von 1950-2000 von Charles M. Schulz verändert wurde) auch ab Ende der 70er Jahre am besten, ab da war er schön rundlich – vorher hatte er mehr längliche Formen.

Naja, und sonst – er ist eben der große Philosoph unserer Zeit – die Denkblasen, die über seinem Kopf erscheinen, lassen einen manchmal den eigenen schütteln. Allein die Idee, dass ein Hund in einer Phantasiewelt lebt, in der er Fliegeras des 1. Weltkriegs, weltberühmter Anwalt, Beagle Scout und und und… ist, und einen kleinen gelben Vogel als Sekretär, Mechaniker, Gärtner, etc. beschäftigt, ist einfach absurd.

Und auch die Gedankengänge der Menschenkinder, deren Unterhaltungen im Grunde gar nichts für Kinder sind, weil der Horizont viel zu weit ist – einfach köstlich, Peppermint Patty, die mit ihrem Aussehen hadert, sich nicht eingestehen will, dass sie in Charlie Brown verliebt ist; Marcie, ihre beste Freundin, etwas verpeilt; Charlie Brown, der unrettbar in das kleine rothaarige Mädchen verliebt ist; seine kleine Schwester Sally (von den Kindern übrigens mein Liebling, da sie so herrliche Ansichten über das Leben hat, Lieblingswort: „Whatever!“); Linus (in den Sally verliebt ist – natürlich auch unerreichbar) mit der Schmusedecke; seine große Schwester Lucy, die immer wieder Charlie den Football wegzieht und ihrerseits Schröder anhimmelt, für den es jedoch nur sein Klavier und Beethoven gibt… Es ist eigentlich eine ernste Kinderwelt, ein depressiver Junge, unglücklich verliebte Mädchen, eines davon immer schlecht gelaunt, es sei, denn, sie kann gemein zu anderen sein… die Absurdität der Geschichten ist es jedoch, die einen zum manchmal lauten, aber immer zumindest leise zum Lachen bringt. Allen voran natürlich ein größenwahnsinniger Beagle und ein Vogel mit Identitätskrise (ganze Fortsetzungscomics existieren zu der Frage, welche Sorte Vogel Woodstock ist, aber wir tappen im Dunkeln)

 

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Im Gegensatz zu anderen Comics (z.B. Donald Duck, Micky Maus, generell Disney) endete diese Ära auch tatsächlich mit dem Tod von Charles M. Schulz bzw. kurz vorher, da er verfügte, dass niemand ausser ihm die Peanuts zeichnen soll. Was auch nicht geschah. Daher sind die Zeitungsstrips seit dem 14. Februar 2000 nur noch Wiederholungen. Für den CGI-Film (den so ziemlich alle Fans im übrigen sehr gut gemacht fanden, ich auch) gab es eine Rechtevergabe durch die Erben. So blieben sie auch immer etwas Besonderes.

Auf dieser Seite kann man übrigens jeden existierenden Strip seit dem 02. Oktober 1950 (merkt ihr was? Ich bin am 32. Geburtstag der Peanuts Fan geworden) ansehen. Und: In Santa Rosa in Kalifornien gibt es das Charles M. Schulz Museum. Seit November 2015 hat Snoopy auch einen eigenen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood:

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Und ich schließe mit den Worten des weltberühmten Schriftstellers:

It was a dark and stormy night...

 

 

Endlich ein schöner Nähplatz

Nachdem wir letztes Jahr erfolgreich die Vögel aus dem Vogelzimmer vertrieben haben (Scherz, einige sind noch drin, andere wohnen in einem anderen Zimmer), um uns unsere Wohnung zurückzuholen, hatte ich mir auch einen kleinen Nähplatz eingerichtet. Der Tisch ist ein alter Singer-Nähtisch aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, von wann genau weiß ich nicht, aber meine moderne Singer lässt sich perfekt in die Aussparung integrieren.

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Noch ziemlich überschaubar, oder? Nun ja, oft benutzt habe ich ihn nicht in so ziemlich genau den letzten 12 Monaten, in denen er verfügbar war, was hauptsächlich daran lag, dass ich immer mehr den Platz als Ablage für Zeitschriften, Stoffe, Schnitte und ähnliches benutzt habe. Und nachdem ich mir beim Amazon-Day im Juni eine günstige Overlock geschossen hatte, war klar, jetzt habe ich erst recht nicht mehr genug Platz. Bis gestern Mittag sah das Ganze nämlich so aus:

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Ist das nicht grässlich? Absolute Unordnung, die sogar mir zuviel war. Daher das Bild auch ganz klein 🙂

 

Auch wenn es weh tut, mir war klar, dass ich mich von meinem Vintage-Schätzchen, dem Tisch, trennen muss, wenn hier wieder ein funktioneller Nähplatz entstehen soll. Also hab ich schweren Herzens einen Eck-Computertisch (in schwarz, aus Holz und Metall, also sehr dezent) bestellt. Gestern (früh um 8 Uhr) wurde er geliefert.

 

Mittags machte ich mich dann ans Abräumen und Aufbauen – aber seht selbst:

Links aufgestapelt, was sich alles so angesammelt hatte im letzten Jahr, rechts die Einzelteile des neuen Tisches. Und ich muss sagen, ich habe noch nie so eine strukturierte Aufbauanleitung und Teilesortierung erhalten. Auf jedem Teil, jedem Schraubentütchen war ein Buchstabe bzw. eine Zahl aufgebracht, die mit den einzelnen Schritten in der Anleitung korrespondierten. Und jede Schraube passte perfekt, ohne Motzen konnte ich das Teil ziemlich zügig aufbauen. Und nun sieht es so aus:

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Ich denke, damit lässt es sich arbeiten!

 

Blaue Testflüssigkeit…

Ich fühle mich als Frau diskriminiert und gefangen in blauer Testflüssigkeit.

Habt Ihr Euch darüber schon mal Gedanken gemacht? Jungs, sobald sie dem Windelalter entwachsen sind, haben das Thema hinter sich.

Wir Mädchen aber bleiben unser Leben lang Werbe-Opfer der blauen Testflüssigkeit. Sind wir aus dem Windelalter raus, haben wir so ca. 10 Jahre Schonfrist – bis zur ersten Periode. Und zack! – kommen die Binden oder Tampons, je nach Präferenz, mit ihrer blauen Testflüssigkeit. Und für die Tage zwischen den Tagen natürlich die superdünnen Slipeinlagen, die natürlich in der Werbung auch blau eingenässt werden.

Und denkt man, man hat das Ganze endlich hinter sich, dann lauert hinter dem Horizont die Blasenschwäche! 🙂 Ihr ahnt es schon – die Protagonistin des Spots ist natürlich super happy über die Einlage, die per blauer Flüssigkeit ihr Aufnahmevolumen zeigt. Und über die sexy Höschen erst, die ihre Kurven zur Geltung bringen, und keiner ahnt was…

Sorry, liebe Werbetreibende. Das wird langsam wirklich echt zu viel!

 

End of Summer…

Tja, heute ist der 1. September. Heißt, meteorologischer Herbstanfang. Heißt, bis zum kalendarischen Herbstanfang sind noch 3 Wochen übrig.

Das ist der Moment des Jahres (wirklich so ziemlich der einzige), in dem ich melancholisch werde. Die Tage werden kürzer, morgens ist es kühler, die Geräusche sind anders, die Luft riecht anders. In einem Satz: Meine Lieblingsjahreszeit endet.

Aus diesem Grund bin ich heute (für dieses Jahr zum ersten und zum letzten Mal) mit dem Roller zur Arbeit gefahren. Die morgendliche Kühle hab ich dabei ganz schön unterschätzt – 9°C, mein lieber Scholli, das ist ganz schön frisch 🙂

Aber schön ist es, vor allem wenn man dann am Anleger steht und auf die Fähre wartet. Inzwischen sind es jedenfalls 10° mehr, und ich freu mich auf die Rückfahrt in einer Stunde – in der Sonne, am Anleger steht der Eismann, Kinder füttern die Enten und ich muss nicht im Stau stehen.

emily

Euch ein schönes – und hoffentlich sonniges – Spätsommer-Wochenende. Was habt ihr so vor?

Kochen ohne Einkaufen

Zuallererst: Im ganzen Jahr 2016 hab ich nichts geschrieben? Quel scandale!

Selbst dieses Thema hatte ich schon im September? Oktober? – jedenfalls vor ein paar Monaten angekündigt.

Seit einiger Zeit sind ja die sogenannten Rezeptboxen der große Hype. Das Prinzip ist auch gar nicht verkehrt – vor allem für voll berufstätige Menschen, die auch noch einen großen Teil ihrer Freizeit im Straßenverkehr verbringen (müssen). Man wählt aus verschiedenen Gerichten aus, lässt sich die passenden Zutaten samt Rezept liefern et voilà – kann entspannt kochen.

Eine Zeit lang liebäugelte ich mit Hello Fresh, jedoch hielten mich einige Punkte davon ab (Achtung, persönliche Meinung):

  • Es geht nur ab 3 Gerichte aufwärts
  • Man hat sofort ein Abo an der Backe
  • Die Sachen werden mit der Post verschickt


Punkt 1 ist für mich (uns) unpassend, da ich nur am Wochenende koche, und das sind halt nur zwei Tage. Zu Punkt 2 – ich möchte gerne etwas ausprobieren können, ohne danach bei Nichtgefallen durch einen langwierigen Kündigungsprozess laufen zu müssen. Und Punkt 3 – selbstredend, wenn es sich um frische Lebensmittel handelt. Was ist, wenn ein Nachbar es annimmt und dann erst mal nicht da ist? Außerdem finde ich die Gutscheinwerbung ziemlich aggressiv – in fast jedem Amazonpaket ist inzwischen ein Gutschein (bei dessen Inanspruchnahme man sofort ein Abo am Hals hat – der Kreis schließt sich).

Im Herbst dann veröffentlichte das Magazin des Kölner Stadtanzeiger einen Kochboxen-Test. Nach der Lektüre habe ich mich für das Kochhaus Sülz entschieden.

Entscheidend war für mich

  • Man kann auch nur 2 Gerichte bestellen
  • Man kann sich den Lieferzeitpunkt auswählen
  • Die Sachen werden frisch von einem Fahrer geliefert
  • Man kann auch mal aussetzen


Allein der letzte Punkt ist schon Gold wert (die restlichen sowieso). Weiß man, dass man übers Wochenende verreist ist oder zum Essen ausgeht etc., kann man problemlos online (bis 24 h vor Liefertermin) die Lieferung pausieren – kostenlos. 


Ich habe auch schon die Anzahl der Gerichte und Rezepte erhöht, als wir Gäste hatten. Und die Gutscheine sind wirklich nur zum Probieren da – man bestellt einmal zur Probe und das war es. Will man ein Abo, muss man selbst aktiv werden.

Ich mache das nun seit Ende September und bin immer noch sehr zufrieden. Als Liefertermin habe ich mir Freitag zw. 18.00h und 20.00h ausgesucht – perfekt, um samstags und sonntags frisch zu kochen. Montags bekomme ich die Email mit meinen 2 Rezeptvorschlägen, die ich nach Lust und Laune austauschen und/oder erweitern kann. Das ewige „Was koche ich nur am Wochenende?“ und das Einkaufen entfällt – und ich habe genau die Menge, die ich für 2 Portionen brauche. Es bleibt nichts übrig und verdirbt.

Alles in allem hat diese Art des Kochens auch meinen Horizont erweitert – ich habe inzwischen Dinge selbst zubereitet, bei denen ich nie auf die Idee gekommen wäre, das auszuprobieren. Kann ich uneingeschränkt empfehlen.

Hier ein paar Kostproben:

Orientalisches Lamm mit Granatapfelsoße und Kurkuma-Reis

Schweinefilet mit gebackenen Rosmarinpflaumen, Parmesan-Rucolasalat und Speckkartoffeln

Schweinemedaillons in Pfeffer-Pilzrahm mit Süßkartoffelstampf und Röstzwiebeln
Lachsforelle mit Orangenglasur, gebackenen Kartoffeln und Babymangold

PS: Meistens bestelle ich je ein vegetarisches und ein Fleisch- oder Fischgericht am Wochenende. 

Wie mir gerade auffällt, habe ich kein Foto von fleischlosen Gerichten. Dies ist jedoch keine Absicht. Meine Favoriten waren die Gnocchi in Basilikum-Creme mit Cocktailtomaten und gerösteten Pinienkernen sowie die Birnen-Maronen-Rotondi in Taleggio-Rahmsoße mit Schnittlauch und gerösteten Walnüssen. Beides leider nicht mehr erhältlich – aber ich habe ja die Rezepte und kann jederzeit nachkochen. Die Rezepte werden regelmäßig ausgetauscht, damit es nicht zu eintönig wird.

Von mir: Absolut 5 Schnäbel!

*bling* Jahresend-Gewinnspiel 2015

Ihr Lieben,

um das Jahr schön ausklingen zu lassen, weil wir es lange nicht gemacht haben und weil ihr so eine schöne kleine, aber feine, Lesergemeinde seid, machen wir zum Abschluss nochmals ein kleines Spiel.

Wer mich in den letzten Monaten persönlich gesehen hat, dem wird (vielleicht) aufgefallen sein, dass ich zu jedem Outfit farblich passende Perlenarmbändchen an beiden Armen trage.

Inzwischen ist das Schälchen, in dem ich sie aufbewahre, schon zu klein geworden. Und genau damit kommen wir zur heutigen Frage:

Wieviele Armbänder haben wir hier?

Sieger ist, wer am nächsten dran ist.

Der 1. Preis ist eine gebundene englische Ausgabe des neuesten Becky Bloomwood-Romans, „Shopaholic to the rescue“ von Sophie Kinsella.

Der 2. und 3. Preis – mal schauen!

Ab jetzt bis 31.12.2015 um 23.59h die Antworten bitte hier oder auf der Facebook-Seite abgeben (ein paar hier wären mal schön…)

An Neujahr wird dann der/die Sieger verkündet.

Viel Spaß beim Raten und einen guten Rutsch in ein hoffentlich tolles Jahr 2016 wünscht euch

Canette


EarlyTaste – Frühstücksservice für Köln

Vorab: Dieser Post ist wirklich nur für die Kölner relevant. Aber alle anderen dürfen ihn natürlich auch lesen…

Ich liebe ausgiebiges Frühstück. Was unter der Woche zu kurz kommt (meist nur eine Schüssel Haferflocken oder ein Nutella-Brot), wird am Wochenende ausgiebig zelebriert. Wir haben samstags und sonntags immer Eier, Wurst, Käse, besondere Brötchen, Dips, Tomaten, Gurken, Kuchen, etc. 

Ebenso gerne gehe ich außer Haus frühstücken oder brunchen.

Deshalb dachte ich, als ich gestern EarlyTaste auf Facebook entdeckte: „Hey, das muss ich doch mal testen!“

Nachdem ich ab morgen für 9 Tage Strohwitwe sein werde, war es klar, dass wir heute unser letztes gemeinsames Wochenendfrühstück dort bestellen würden.

Ich hab also gestern abend vorbestellt, für heute Morgen 10:00 Uhr, und per PayPal bezahlt. Die Bestellbestätigung kam prompt und das war es.

Heute Morgen Punkt 10:00 Uhr klingelte es und das Frühstück war da. Schon mal der erste Pluspunkt! Absolute Pünktlichkeit.

Auch war alles sehr ansprechend verpackt:

– Das Auge isst ja auch mit.

Nachdem ich alles ausgepackt hatte (war schön, mal nicht den ganzen Inhalt des Kühlschranks ins Wohnzimmer tragen zu müssen), war unser Tisch schon reichlich belegt:

Liebevoll angerichtete Käseplatten (sogar mit Tête de Moine) mit Feigensenf und Trauben, toller Schinken und Salami, Tomaten, Melonen-Kiwi-Salat, für jeden eine Brötchentüte mit jeweils 2 kleinen Brötchen und einem richtig guten Croissant (das bedeutet, dass es nicht in seine Bestandteile zerfällt, sobald man es anpackt), eine halbe Avocado, 2 Portionen tolles Rührei mit Bacon, Butter und Aprikosenkonfitüre…

Ob es lecker war? Seht selbst:

Von mir hierfür 5 Schnäbel. Und ich wünsche den Inhabern dieses jungen Unternehmens viel Erfolg!



If you ever go to Brighton…

…be sure to…

…visit Brighton Pier

 
 
Brighton Pier ist ein Vergnügungspark. Infos zur Geschichte und so überlasse ich Wikipedia; es reicht zu sagen, dass ihr unbedingt den BOOSTER fahren müsst (wenn ihr auf sowas steht). Der BOOSTER ist ein 39m hohes Fahrgeschäft, sieht aus wie eine Nadel mit einer Mittelachse und einer Vierer-Gondel an jedem Ende. Das Ding dreht sich, die Gondeln drehen sich auch, vorwärts und rückwärts, und es steht am Ende des Piers. Heißt, wenn man oben ist und nach vorne „fällt“, kommt die Nordsee auf einen zu. Ziemlich cool! Der Nachteil ist, dass man oben zweimal eine ganze Weile steht, einmal, wenn unten ein- und nochmal, wenn unten wieder ausgestiegen wird. Ist ein wenig zugig da oben, aber der Blick! Schade, dass ich keine Kamera dabei hatte.
 
 
(Hier mal im Vergleich zu der nebenan stehenden Achterbahn)
 
 
Ist also sehr empfehlenswert – und vom „Magenanhebfaktor“ her finde ich persönlich den Talocan im Phantaland schlimmer.
 
Am Pier gibt es noch mehr zu sehen (und zu fahren), aber von diesen ganzen Pflichttourismus-Sachen wollte ich eigentlich absehen – ich fand nur den BOOSTER erwähnenswert für Fans von guten Fahrgeschäften.
 
…shop on North Laine
 
North Laine ist nicht nur eine Straße, sondern ein ganzes Viertel mit außergewöhnlichen Läden, Vintage Märkten, Pubs, kleinen Restaurants und entspannten Leuten.
 
Kurz erwähnen möchte ich Snooper’s Attic – ein riesiger Indoor Vintage Markt. Erstreckt sich glaub ich über vier Häuser und zwei Etagen; soviel alten Kram hab ich wirklich noch nie gesehen. Lohnt sich wirklich, dort etwas Zeit zu investieren. Vom 19. Jahrhundert bis zu den 80ern des letzten ist dort allerhand zu finden.
 
Auf den Laines findet man auch einen Collectif-Shop!
 
 
 
Im Grunde eigentlich nicht verwunderlich, da es ja eine englische Firma ist. Allerdings gibt es dort viel bessere Sachen, als wir hier in den gängigen Online-Shops bekommen. Scheinbar behalten sie diese für ihre Landsleute zurück 🙂 (Gegenüber ist übrigens ein Laden, in dem man Stop Staring-Kleider bekommt, „Pretty Eccentric“)
 
 
…shop Soap&Glory Cosmetics
 
 
Gut, das gilt jetzt nicht nur für Brighton, denn Boots gibt es ja in ganz England (ist sowas wie der englische Drogerie Müller). Soap&Glory gibt es in Deutschland ja nur bei douglas, und da auch nur Körper- und Gesichtspflege. Ich liebe die Marke, und habe auch schon versucht, online von Boots die dekorative Kosmetik zu bestellen, aber: diese wird nicht nach Deutschland geliefert, nur die Sachen, die wir auch bei douglas bekommen. Daher hab ich hier mal gleich zugeschlagen: Lippenstift, CC-Cream, Rouge, Wimperntusche, Eyeliner!
 

 
 
…shop household crap at Bert’s
 
Bert’s Homestore – das gibt es nun wirklich nur in Brighton. Ist ein bisschen wie Butlers, aber lustiger. Dort gibt es alle möglichen Haushaltshelfer – vom Grillanzünder bis zum Tafelgeschirr, über Schürzen, Wäscheklammern etc., alles im Vintage Stil oder Shabby Chic, ein bisschen sich selbst auf die Schippe nehmend – man könnte dort ein Vermögen ausgeben. Online-Shop gibt es leider nicht. Man muss schon hinfahren.
 
…eat a Sandwich in the park…
 
wenn ihr gefiederte Gesellschaft haben wollt. Wir haben dort eine Möwe getroffen, die es auf unser Essen abgesehen hatte und dabei auch gar nicht scheu war. Sie wollte auch was aus meiner Tasche stibitzen, aber davon konnte ich sie abhalten.
 

…stay at The Moreland

Sagenhaftes Bed & Breakfast, sehr zentral, 5 Minuten Fussweg zum Strand. Soweit die Eckdaten! Der Inhaber, Darren, war schon im Vorfeld sehr nett (bei den ausgetauschten Emails), und war auch in den Bewertungen bei TripAdvisor von allen super weggekommen – das kann ich nur bestätigen. Schon fast freundschaftlich, war es immer schön sich mit ihm zu unterhalten.

So, und das Zimmer?

 


(Wir hatten übrigens auch ein Bad mit einer modernen Dusche etc., just saying)

…take a day trip to London

By Train! Die Fahrt dauert bis Victoria Station nur 54 Minuten.

Das ganze touristische Gedöne spar ich mir, haben wir uns dort auch gespart, das hab ich mit 15 schon mal gesehen. London fand ich jetzt auch nicht mehr so cool wie früher, die Leute sehen aus wie überall und die Geschäfte sind eigentlich auch dieselben wie in jeder anderen Großstadt auch – mit Ausnahme von bestimmten Stadtvierteln natürlich.

Für uns Vintage Lovers gab es bei diesem Kurztrip zwei Highlights.

  • Die Bar Cahoots in einer stillgelegten U-Bahnstation im Kingly Court. Komplett im 40er Jahre-Stil, mit Swingmusik und -Konzerten, und genialen außergewöhnlichen Drinks. Diese Bar war eigentlich mit der Grund, warum wir überhaupt hingefahren sind, und wir wurden nicht enttäuscht.
  • Zufällig haben wir dann im Kingly Court (was sich übrigens in Soho befindet) DEN Barbershop entdeckt, wo sich Thorsten dann noch spontan verschönern ließ. Damen werden hier im It’s something Hells übrigens auch bedient.

Mehr Info über den Kingly Court findet ihr hier.

Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das waren jetzt so mal die Highlights – einfach selbst mal hinfahren. Wir waren auf jeden Fall nicht das letzte Mal dort.

We love Brighton! Die Leute und die ganze Stadt sind dort einfach noch individueller als anderswo – z.B. in London. Das Ziel ist, sich dort mal zur Ruhe zu setzen, und dann darf ich eine schrullige kleine alte Lady sein, die so akzeptiert wird wie sie ist 🙂

    Vintage – Zeitschriften

    Ich bin ein richtiger Zeitschriften-Junkie. Und zeitweise hatte ich wirklich alles auf dem Markt abonniert, was wichtig ist (außer den sog. Oma-Zeitschriften) – monatlich oder im 14-Tage-Rhythmus trafen sich in meinem Briefkasten Elle, marie-claire, Glamour, Myself, Elle Decoration, Amica, InStyle, usw. usf.

    Irgendwann war es mir dann alles zuviel. Davon abgesehen, dass ich zwischenzeitlich eh nicht mehr so sehr an aktueller Mode interessiert bin, stand doch in allen das Gleiche drin. Vor allem Interviews: Ein Star, der gerade einen Film promotet, sammelt alle Journalist(inn)en gleichzeitig in seiner Hotelsuite ein, und so erscheint dann in Monat x das gleiche Interview in allen Blättern. Last but not least – dafür, dass es bei manchen Zeitschriften die ersten 20 Seiten umzublättern gilt, bis nach der Werbung der erste redaktionelle Beitrag kommt, sind sie auf Dauer ganz schön teuer. Und ehrlich gesagt, für die Glamour bin ich schon mindestens seit 10 Jahren zu alt..

    Also habe ich nach und nach alle Abos gekündigt. (Ok, die InStyle hab ich behalten) Allerdings musste Ersatz her, der idealerweise auch meine speziellen Neigungen bedient.

    Als Allererstes wurde ich auf die englische Her Vintage Life aufmerksam. Alles drin, was man auch in anderen Zeitschriften findet, aber eben auf das Vintage-Leben abgestimmt (und wenn ich die ganzen Veranstaltungshinweise lese, bin ich ein bisschen neidisch und möchte in England leben)

    Das Jahresabo ist – selbst aus England – auch nicht unbedingt teurer als ein „herkömmliches“, und sie ist immer am Erscheinungstag im Briefkasten.

    Dann – oh Freude – kam vor zweieinhalb Jahren eine nette junge Dame aus Bonn auf die Idee, eine deutsche Vintage-Zeitschrift (die erste am Markt!!!) zu etablieren. Quasi im Alleingang hat sie es geschafft, die ersten zwei (oder drei?) Ausgaben herauszubringen, und schließlich ist es durch Crowdfunding gelungen, einen richtigen Vertrieb, der auch Bahnhofsbuchhandlungen einschließt, zu errichten.

    Die Rede ist vom Vintage Flaneur, dessen Aufbau wohl jede deutsche Vintage-Liebhaberin von Anfang an gerne beobachtet und auch unterstützt hat.


    Ich hoffe, es wird ihn noch viele Jahre geben!

    Und zu guter letzt kam vor kurzem eine weitere englische Zeitschrift auf den Markt: In Retrospect.

    Als die erste Ausgabe erschien, habe ich sie mir bestellt; mit der Zweiten, die vor 2 Wochen erschien, war dann auch ein Abo möglich, welches ich direkt in Anspruch genommen habe. Auch eine sehr schöne Zeitschrift, der ich eine lange Zukunft wünsche.


    Wer braucht da noch Glamour & Co.?

    Abo-Informationen für alle Zeitschriften findet ihr auf den jeweils verlinkten Webseiten. Viel Spaß beim Stöbern!

    Wenn Kleider krank machen…

    Artikel, die von billig produzierten Kleidungsstücken handeln, gab es in der letzten Zeit ziemlich viele.

    Meistens poppen sie auf, wenn in Bangladesh eine Nähfabrik brennt oder in einer Großstadt eine neue Primark-Filiale eröffnet. Dann wird auf die Situation der unter miesen Arbeitsbedingungen leidenden und schlecht bezahlten Näherinnen in Südostasien hingewiesen. Alle sind kurze Zeit rechtschaffen empört – und das war es dann wieder. Man kehrt zurück zur Tagesordnung.

    Das Schlimme ist, es betrifft ja leider bei weitem nicht die ganzen Billigketten wie Primark, KiK etc., sondern auch teure Labels, die dort zu den gleichen Bedingungen produzieren lassen. Das macht es natürlich schwer, dem Ganzen zu entgehen. Ein weiteres Argument, das man immer gern hört, ist „Wenn man aber gar nichts mehr kauft, dann haben die ja keinen Job mehr!“

    Stimmt natürlich, aber darum geht es nicht. Bedingungen und Bezahlung müssen verbessert werden, es geht nicht darum, die Näherei stillzulegen. Und was die Bedingungen betrifft, so sind wir auch nicht nur indirekt davon betroffen. Hier erzähle ich euch nun etwas, das ich am eigenen Leib erfahren habe.

    Vor ca. 10 Jahren war ich sonntags zum Geburtstagsbrunch bei einer Freundin. Ich trug einen wunderschönen schwarzen Angorapulli, den ich mir für ~ 70 € bei 3 Suisses bestellt hatte. Auf der Heimfahrt fühlte ich mich leicht fiebrig und grippig, aber hey, es war Anfang Januar – kein Wunder! Zuhause angekommen zog ich mich aus und legte mich sofort ins Bett. Es wurde immer schlimmer. Mir wurde kein bisschen warm, ich hatte Schüttelfrost, mein Ruhepuls war bei über 100 – kurz, es ging mir ziemlich beschissen. Wir fuhren abends sogar mit dem Taxi zur Notaufnahme, da ich ziemlich hohes Fieber hatte. Der Arzt konnte nichts definitives feststellen, schrieb mich aber eine Woche krank. Nach ein paar Tagen ging es mir auch wieder gut und ich dachte nicht weiter drüber nach.

    Wie das mit Angorapullis so ist, sie müssen mit der Hand gewaschen werden. Da ich nicht die Handwäscherin vor dem Herrn bin, fristete er erst mal eine lange Zeit sein Dasein im Wäschekorb.

    Es dauerte wirklich ungefähr ein Jahr, bis er mal wieder zum Einsatz kam, dieses Mal im Büro. Ich war kerngesund, nicht das leiseste Fitzelchen einer Erkältung oder Grippe, aber gegen Mittag ging es wieder los. Ich bekam Schüttelfrost, meine Haut tat weh (das hab ich immer wenn ich krank werde) und ich fühlte mich schlapp. In meinem Kopf begann es zu rattern – ich dachte an eine Doku, die ich ein paar Monate vorher gesehen hatte (mehr dazu später), überschlug, dass beim letzten Mal, als ich diese Symptome hatte, der gleiche Pulli im Spiel war – Bingo! Ich fuhr sofort nach Hause, stieg in die Dusche, schrubbte meinen Oberkörper ab – und es ging mir gut! Der Pulli (in dem ich dann das Schildchen „Made in Bangladesh“ entdeckte) nahm seinen letzten Weg in die Tonne. Ich hatte nie mehr vergleichbare Symptome.

    Zu der Doku: In Indien laufen die Bauern barfuß, nur mit der traditionellen „Windel“ bekleidet, durch die Baumwollfelder und spritzen Pestizide. Auch gepflückt wird sie ohne weiteren Schutz, genauso wie gefärbt (mit den sog. Azo-Farben). Die Färberinnen sind den Dämpfen die ganze Zeit ohne ausreichende Belüftung ausgesetzt. Ganze Stationen in dortigen Krankenhäusern sind voll mit todkranken Menschen, die schwerste Nervenschädigungen haben. Parallel dazu wurde von 2 Frauen in Deutschland berichtet, die ebenfalls schwerste Nervenschädigungen haben und kaum noch zu irgend etwas fähig sind. Die Berufe: Beide arbeiten im Textilhandel und packen täglich Ware aus, die aus Südostasien kommt. Die eine bei Kaufhof, die andere bei Takko. Eine der beiden hatte einen solchen Tremor, dass ihr Körper keine Sekunde mehr still stand.

    Vielleicht denkt ja mal die eine oder andere darüber nach, warum es bei Primark so nach Chemie stinkt. Und überlegt bei den nächsten Grippesymptomen, ob es wirklich eine Grippe ist.

    Ich weiß, wie bereits gesagt, es ist schwer, und vor allem mit kleinem Geldbeutel, wirklich darauf zu achten was man kauft. Ich habe leicht reden, ich lebe einen bestimmten Stil und habe es dadurch vergleichsweise leicht, Dinge zu finden, die in Europa oder den USA hergestellt sind. Und Vintage-Teile kommen ja nun mal per se nicht aus Südostasien. Aber inzwischen gibt es auch im normalen Fashionbereich einige gute Labels, die nicht nach 80er-Jahre-Öko aussehen. Und ganz ehrlich: Wer billig kauft, kauft eh zweimal. Warum also lieber eine Jeans für 10 €, die nach einem halben Jahr durch ist, als gleich eine nachhaltige, die ein langes Leben hat? Und den Körper nicht mit Gift durchtränkt…

    Das waren meine 10 ct zum Thema – das drüber Nachdenken liegt natürlich bei jedem selbst.